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Im Laufe der Jahre ist durch Spenden, Nachlässe und Ankäufe eine Sammlung entstanden, welche inzwischen mehrere Räume einer renovierten alten Vogtscheuer in Böblingen füllt. Einige Bilder, Dokumente und Bücher sind in einer kleinen Archivkammer untergebracht. Unser Museum würde aber keinen so betrachtenswerten Einblick in die Vergangenheit bieten, gäbe es nicht die Bemühungen von Landsleuten die hier erwähnt werden sollen. Ing. Erhard Marschner, Helmut Rössler, Dr. Karl Richter, Dr. Wilhelm Pfeifer, Helmut Michel, Herbert Arlt und viele andere haben durch ihre Bemühungen viele bedeutsame Zeugnisse der Vergangenheit gerettet. Einige bewundernswerte Werke entstanden erst in den neuen Heimatorten, als ein paar engagierte Landsleute mit viel Mühe und Liebe verschiedene Abbildungen ihrer alten Heimat schufen. Zu diesen interessanten Arbeiten gehören:
Landschaftsrelief des Niederlandes von Wilhelm Hampel, Schönborn im Jahre 1935 von Franz Klinger, drei Modelle von Umgebindehäusern aus dem Grundthal von Rudolf Löhnert, Damen und Mädchentrachten des Niederlandes, genäht nach alten Dokumenten von Edda Fritsch Frind, sowie Öl- und Aquarellgemälde von verschiedenen Künstlern. Aus der Vorkriegszeit sind uns erhalten Fotografien aus dem Vereinsleben, von Kulturereignissen, christliche Andenken, Gegenstände aus dem täglichen Leben, Textilerzeugnisse, geschliffenes Glas usw. Ein Raum widmet sich der Böhmischen Geschichte beginnend mit den Přemysliden, über Karl den IV, die Hussitenkriege, den Dreißigjährigen Krieg, Zeiten von Maria Theresia und Josef des II. bis zur Industrialisierung im neunzehnten Jahrhundert. Es wird ebenfalls hingewiesen auf die deutsche Kolonisation Böhmischer Grenzgebiete im dreizehnten Jahrhundert, das Leben der Landbevölkerung, sowie die Entwicklung und Blütezeit während der Österreich-Ungarischen Monarchie. Gegenstände, welche an Kriegsereignisse oder den Nationalsozialismus erinnern befinden sich in unserem Museum nicht. Der Besucher kann hier aber einen Leiterwagen mit Koffer und Rucksack betrachten, welcher von einer Warnsdorfer Familie bei der Ausweisung nach Deutschland benutzt wurde.
Ohne Einsatz einiger ehrenamtlich tätiger Landsleute und ohne Wohlwollen der Patenstadt Böblingen könnten heute der Öffentlichkeit viele der wertvollen Exponate und Archivalien nicht präsentiert werden. Dieses Museum ist aber nicht nur für uns Niederländer und unsere Nachkommen wichtig, sondern es informiert auch die Allgemeinheit über eine bedeutende Zeit ostdeutscher Kultur und Geschichte. Die Errungenschaften unserer Vorfahren aus dem Schluckenauer Zipfel sind beachtenswert und es liegt an uns, das wenig Übriggebliebene für die Nachwelt aufzubewahren.
Das Museum der nordböhmischen Niederländer befindet sich in Böblingen am Marktplatz Nr. 27 und es ist über den Eingang zum Fleischermuseum erreichbar. Die Exponate können in den Nachmittagstunden von Mittwoch bis Sonntag besichtigt werden.
Webseite: http://www.boeblingen.kdrs.de/servlet/PB/menu/1245772_l1/index.html
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