|
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann für Neuankömmlinge aus den ehemaligen Ostgebieten ein völlig neues Leben. Herausgerissen aus ihren gewohnten Umfeld galt es, erstmals in der neuen Heimat Fuß zu fassen und eine neue Lebensgrundlage für sich und ihre Familien aufzubauen. Die mitgebrachten Voraussetzungen waren nicht die schlechtesten, denn es waren viele gut ausgebildete Handwerker, Kaufleute, Facharbeiter, Ingenieure, Lehrer, Ärzte und Industrielle darunter. Dieses Potential hat man im Nachkriegsdeutschland bald erkannt. Man unterstützte die zum Wiederaufbau bereiten Heimatvertriebenen den Möglichkeiten entsprechend und brachte für ihre Leistungen Anerkennung. Die Integration schritt langsam voran, doch größere Landesgruppen beharrten auf ihrer Eigenständigkeit, die sich in Gründungen zahlreicher Vertriebenenvereine auswirkte.
Um Amberg, München, Frankfurt und Stuttgart lebende Niederländer bildeten kleinere Heimatgruppen, die zunächst regelmäßige Zusammenkünfte veranstalteten. Bei einem dieser Treffen im Haus der Heimat 1962 in Böblingen wurde die Gründung eines eigenen Niederland-Vereins angeregt. Ein Ausschuss bestehend aus den Landsleuten Hans Schmid, Wilhelm Schubert, Fritz Dörre, Hans Liebisch, Alfred Fritsche, Josef Seidel, Franz Kirschner, Josef Korsinek, Helmut Michel, Adolf Wollmann und Franz Werner nahm sich der Aufgabe an. Zu Pfingsten 1963 kam es dann anlässlich des Sudetendeutschen Tages im Stuttgart zur Gründung des Bundes der Niederländer auf Bundesebene. Daraufhin unter dem ersten Vorsitzenden MdL Robert Maresch entwickelte der Verein zahlreiche Aktivitäten. Es erschien eine Reihe von Heimatschriften über Landschaft, Kultur und Geschichte der alten Heimat, man baute die Heimatstube in Böblingen weiter aus und verdiente Landsleute wurden ausgezeichnet. 1964 übernahm die Stadt Böblingen unter Bürgermeister Wolfgang Brumme die Patenschaft für die Bewohner aus den Bezirken Warnsdorf, Rumburg und Schluckenau.

Das vierte Bundestreffen der Niederländer in Böblingen 1967 war von der Anwesenheit und Übernahme der Schirmherrschaft durch S. D. Franz Josef II., Reg. Fürst von und zu Liechtenstein gekennzeichnet. 1971 wird nach Robert Maresch Ldm. Dr. Franz Obmann als Vorsitzender gewählt, dessen Amt 1975 Paul Vogel übernimmt. Auf seine Anregung kam es 1984 zu Städtepatenschaften für Warnsdorf und Schönlinde. Danach lenkte der Backnager Verleger und letzter Vertreter der Erlebnisgeneration Helmut Michel viele Jahre die Geschicke des Vereins. Der heutige Vorsitzende Johannes Liesel gehört bereits der Bekenntnisgeneration an. Neben seinen Aufgaben für den Verein, setzt er zur Freude aller Niederländer auch die Verlagsarbeit seines Vorgängers erfolgreich fort.
Kontakt: Johannes Liesel, 80935 München, Waldmeister Str. 14, Tel./Fax (089) 3541383, Email:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
|