Pfarrgemeinden Drucken

Kirchenwesen

Der älteste schriftliche Nachweis über ein Vorkommen von Pfarrkirchen im Niederland befindet sich in den Registern des Prager Bistums, welche zwischen 1352 und 1399 geführt wurden. In jener Zeit gehörten die Pfarreien Romberg (Rumburg), Wernardi villa (Warnsdorf), Advocate villa (Voitsdorf, später Grund genannt), und Pulchra Tilia (Schönlinde) zum Zittauer Dechanat. Schlocknov (Schluckenau), Lobendav (Lobendau), Schonav (Schönoau) und Nickelsdorf (Nixdorf) waren noch bei Meißen, während Krypcziz (Kreibitz) dem Dechanat Leipa zugeordnet war. Die Höhe der erhobenen Pabstzehnten war entsprechend den Vermögensverhältnissen der  jeweiligen Pfarre festgelegt worden. Die  bedeutendste Gemeinde der Gegend Romberg zahlte demnach sechs Prager Groschen jährlich, Warnsdorf und Kreibitz jeweils drei und die Pfarrgemeinde Grund zwei.

Bald nach Beginn der Reformationsbewegung in Deutschland kamen Anhänger der Lehre Luthers auch ins Niederland, um hier die Bevölkerung zum Protestantismus zu bekehren. Zwischen 1530 und 1635 predigten in den Kirchen evangelische Pastoren, nahmen Taufen, Eheschließungen und Begräbnisse vor. Der katholische Glaube hatte für mehr als hundert Jahre im Land an Bedeutung eingebüßt, worauf er wieder unter Repressalien der Bevölkerung aufgezwungen wurde. Nach Rückkehr zum Katholizismus im Königreich Böhmen 1650, verließen viele Bewohner samt ihrer Pastoren Haus und Hof und gingen nach Sachsen, um da einer Zwangskatholisierung zu entgehen. Im Exil wurde auch getauft und geheiratet und so ist es nahe liegend, dass einige spätere Bewohner des Niederlandes in Taufbüchern von Großschönau, Neugersdorf, Seifhennersdorf und anderen Orten eingetragen wurden. Nach Jahren wieder in ihre Heimat zurückgekehrt, mussten sich die Menschen den auferlegten Maßnahmen der strengen kirchlichen Obrigkeit unterwerfen.

Die naturverbundene Bevölkerung des Niederlandes war stets sehr fromm, was man am Bau von Kirchen auch in kleineren Dorfgemeinden sowie an zahlreichen, in der Gegend aufgestellten Wegkreuzen und Kapellen erkennen kann. Zu den Verwaltungspflichten der Pfarren Rumburg, Warnsdorf, Schönlinde, Georgenthal und Kreibitz gehörte auch das Führen von Kirchenbüchern. Bedingt durch stetige Zunahme der Gläubigen entstanden neue Kirchengemeinden, Kirchenfilialen wurden gegründet und es änderte sich sogar die Zugehörigkeit mancher Orte zum Pfarramt, was nicht ohne Einfluss auf die Kirchenbücher geblieben ist. Zu den bereits genannten Pfarrkirchen kamen die 1814 fertig gestellte Maria Himmelfahrt Kirche in Daubitz, die 1872 erbaute Kirche des hl. Franz von Assisi in Schönborn, 1909 die Kirche des hl. Josef in Teichstatt und 1912 die in Warnsdorf eingeweihte Kirche des hl. Karl Borromäus. Von den nichtkatholischen Christuskirchen der Gegend sind zu erwähnen die 1874 in Warnsdorf fertig gestellte Altkatholische Kirche, die Evangelische Kirche von 1905 und die Erlöserkirche in Schönlinde von 1901, welche 1908 zur Pfarrei wurde.