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Den Anstoß zur allgemeinen Führung von Kirchenbüchern gab 1563 das Konzil von Trient, indem sämtlichen Pfarrgemeinden des päpstlichen Einflussbereiches das vermerken von Taufen und Beerdigungen auferlegt wurde. Im Königreich Böhmen übten die Pfarrer oder Schreiber mehr oder weniger sorgfältig diese Pflicht aus, womit die wichtigsten Informationsquellen für die heutige Ahnenforschung entstanden sind. Die ersten Kirchenbücher wurden bereits während der Reformationszeit angelegt, jedoch von den Pfarrgemeinden des Niederlandes mit Ausnahme Warnsdorfs sind keine mehr auffindbar. Einer der Hauptgründe für die Verluste besteht darin, dass im Zuge der nach 1620 eingeleiteten und rigoros durchgezogenen Gegenreformation, sämtliche Bücher der Protestanten verbrannt oder verschleppt wurden. Erst nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges, als Gottesdienste im Niederland ausschließlich nur katholische Pfarrer ausüben durften, begiann man mit regelmäßigen, meist aber spärlichen Einträgen. Für Warnsdorf gibt es durchgehende Matrikeln ab 1648, für Kreibitz ab 1649, für St. Georgenthal ab 1650, für Schönlide ab 1651 und für Rumburg ab 1671. Originale erhaltener Matrikeln von Beginn an bis auf die jüngeren und unter Datenschutz fallenden, sind im Staatsarchiv Leitmeritz aufbewahrt und stehen Ahnenforschern zur Verfügung.
Das nebenstehende Bild zeigt das wohl älteste, noch erhaltene Kirchenbuch des Niederlandes. Pastor Michael Bauda legte es 1571 an und vermerkte darin die in Warnsdorf erfolgten Geburten und Sterbefälle bis 1584. Erst fünfzig Jahre später führte es der Lehrer und Schreiber Johannes Elstner weiter, wobei seine Einträge erstmals auch die Heiraten dokumentieren.
Ähnlich wie dieses erste Kirchenbuch, befinden sich auch andere ganz alte Kirchenbücher in einem bedrohlichen Zustand und können daher nicht an die Forscher ausgeliehen werden. Deshalb hat man sie verfilmt und man kann sie nur mit Hilfe eines im Forschungsraum bereitgestellten Projektors betrachten.
Auf Seiten der Vereinigung Sudetendeutscher Familienforscher (VSFF) ist von allen Orten des Sudetenlandes der komplette Bestand der Kirchenbücher und Filme in Archiven von Tschechien zu finden.
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